Radwege – Wo ist das Problem?

Ich tue mich etwas schwer die Leute zu verstehen, die sich über die Radwegbenutzungspflicht aufregen. Sowohl als Auto- und als Radfahrer.

Als Radfahrer sind mir Radwege schon immer lieber gewesen, so dass ich sie auch immer dankbar benutzt habe. Auf dem Radweg muss ich mich nicht vor zu knapp überholenden Autofahrern fürchten und fühle mich auch insgesamt sicherer, da ein Unfall mit einem Fußgänger gegebenen Falls glimpflicher ausgeht als ein Unfall mit einem Kraftfahrzeug. Allerdings bin ich auch ein sehr gemütlicher Radfahrer. Ich fahre auf Kreuzungen eben mit erhöhter Aufmerksamkeit zu und warte erst ab, ob Autofahrer auf meine Anwesenheit reagieren, bevor ich mein Vorfahrtsrecht in Anspruch nehme.

Als Autofahrer sind Radfahrer natürlich zu aller erst gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer die aber, wenn sie auf der Straße fahren, wegen ihrer geringen Geschwindigkeit auch ein Hindernis darstellen. Besonders im städtischen Verkehr kann man Fahrradfahrer oft nicht legal überholen, da zum Beispiel Gegenverkehr oder durchgehende Fahrbahnmarkierungen das zu verhindern wissen. Das stört halt den allgemeinen Verkehrsfluss. Beim Abbiegen über einen schlecht einsehbaren Radweg halte ich gegebenen Falls vor diesem und vergewissere mich, dass kein Radfahrer zu sehen ist. Erst dann taste ich mich langsam in den Radweg hinein. Wenn nicht gerade ein Radfahrer mit unangemessener Geschwindigkeit für einen gemeinsamen Fuß- und Radweg (also mit >30 km/h den Berg runter) meinen Weg kreuzt, kann da eigentlich nichts passieren.

Also, wo genau ist denn da das Problem mit dem Benutzen der Radwege?

Arbeiten Heute

Diese Woche haben die Medien verlautbart, dass die Bundesagentur für Arbeit es endlich geschafft hat, die Anzahl an Erwerbslosen auf unter 3 Millionen zu rechnen. Klingt ja eigentlich ganz gut, aber was für Jobs sind das denn, die man heute so bekommt?

Aus meinem Umfeld habe ich den Eindruck, dass es nur noch Jobs gibt, die entweder temporär oder lokal unsicher sind. Wenn man direkt von dem Unternehmen angestellt wird, für das man dann auch die Arbeit verrichtet, bekommt man vielleicht nur einen befristeten Arbeitsvertrag angeboten. Wenn man bei einem Dienstleister, dessen Geschäftsmodell sich im wesentlichen auf die Arbeitnehmerüberlassung stützt anfängt, kann man damit rechnen unter Umständen sogar mehrmals im Jahr die Arbeitsstelle wechseln zu müssen.

Ich als fast fertiger Ingenieur habe ja das Glück, keine Angst haben zu müssen, irgendwo irgendeinen Jobs zu finden. Nur nach dem was ich so auf virtuellen (Xing) und realen (Bonding) Jobmessen erlebe werden vor allem Jobs bei Ingenieurdienstleistern oder Beratungsfirmen beworben, also Jobs, die mit lokaler Unsicherheit behaftet sind. Da muss ich sagen, dass sich meine Begeisterung immer in Grenzen hält.

Ja, ich wäre bereit für einen Job in eine andere Stadt zu ziehen, für einen entsprechend attraktiven Job vielleicht auch aufs Land. Aber ich habe wirklich Bedenken, jährlich oder noch häufiger meinen Arbeitsplatz zu wechseln. Ich meine, wenn man alleinstehend ist und gerade von der Uni kommt, ist so ein Job bei einem Dienstleister bestimmt ganz interessant weil man viele verschiedene Orte sieht und auch viele unterschiedliche berufliche Erfahrungen sammeln kann.

Aber wie soll dass denn funktionieren, wenn man eine ernsthafte Beziehung führt? Eine Beziehung, in der der Partner nicht nur ein Anhängsel wie im klassischen Modell mit Alleinernährer und Hausfrau ist sondern eine eigene Karriere verfolgt? Ich habe deswegen schon über 3 Jahre eine Wochenendbeziehung geführt und sehe damit meinen Lebensbedarf an Fernbeziehungen gedeckt.

Ich frage mich, wie das Leute machen, die bei solchen Dienstleistern arbeiten. Oder sind das alles Singles?

Spam mal anders: Filesharing Abmahnung

Ich habe gestern Abend folgende Email erhalten deren Absender angeblich ein Rechtsanwalt Florian Giese mit der Email-Adresse giese@rechtsanwalt-giese.info:

Guten Tag,

in obiger Angelegenheit zeigen wir die anwaltliche Vertretung und
Interessenwahrung der Firma Videorama GmbH,
Munchener Str. 63, 45145 Essen, an.

Gegenstand unserer Beauftragung ist eine von Ihrem Internetanschluss
aus im sogenannten Peer-to-Peer-Netzwerk
begangene Urheberrechtsverletzung an Werken unseres Mandanten. Unser
Mandant ist Inhaber der ausschliesslichen
Nutzungs- und Verwertungsrechte im Sinne der §§ 15ff UrhG bzw. § 31
UrhG an diesen Werken, bei denen es sich um
geschutzte Werke nach § 2 Abs 1 Nr. 1 UrhG handelt.

Durch das Herunterladen urherberrechtlich geschutzer Werke haben sie
sich laut § 106 Abs 1 UrhG i.V. mit
§§ 15,17,19 Abs. 2 pp UrhG nachweislich strafbar gemacht.
Bei ihrem Internetanschluss sind mehrere Downloads von musikalischen
Werken dokumentiert worden.

Aufgrund dieser Daten wurde bei der zustandigen Staatsanwaltschaft am
Firmensitz unseres Mandanten Strafanzeige
gegen Sie gestellt.

Aktenzeichen: 230 Js 413/10 Sta Stuttgart

Ihre IP Adresse zum Tatzeitpunkt: 84.190.31.155

Illegal heruntergeladene musikalische Stucke (mp3): 13

Illegal hochgeladene musikalische Stucke (mp3): 21

Wie Sie vielleicht schon aus den Medien mitbekommen haben, werden
heutzutage Urheberrechtverletzungen
erfolgreich vor Gerichten verteidigt, was in der Regel zu einer hohen
Geldstrafe sowie Gerichtskosten fuhrt.
Link: Urheberrecht: Magdeburger muss 3000 Euro Schadensersatz zahlen

Genau aus diesem Grund unterbreitet unsere Kanzlei ihnen nun folgendes
Angebot:
Um weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und anderen
offiziellen Unannehmlichkeiten wie Hausdurchsuchungen,
Gerichtsterminen aus dem Weg zu gehen, gestatten wir ihnen den
Schadensersatzanspruch unseres Mandanten
aussergerichtlich zu loesen.
Wir bitten Sie deshalb den Schadensersatzanspruch von 100 Euro bis zum
22.10.2010 sicher und unkompliziert
mit einer UKASH-Karte zu bezahlen. Eine Ukash ist die sicherste
Bezahlmethode im Internet und
fur Jedermann anonym an Tankstellen, Kiosken etc. zu erwerben.
Weitere Informationen zum Ukash-Verfahren erhalten Sie unter:
http://www.ukash.com/de
Senden Sie uns den 19-stelligen Pin-Code der 100 Euro Ukash an
folgende E-Mailadresse videorama@rechtsanwalt-giese.info

* alternativ konnen Sie auch mit Paysafecard zahlen
Link: http://www.paysafecard.com/de

Geben Sie bei Ihre Zahlung bitte ihr Aktenzeichen an!

Sollten sie diesen Bezahlvorgang ablehnen bzw. wir bis zur angesetzten
Frist keinen 19- stelligen
Ukash PIN-Code im Wert von 100 Euro erhalten haben(oder gleichwertiges
Paysafecard Coupon), wird der Schadensersatzanspruch offiziell
aufrecht erhalten und das Ermittlungsverfahren mit allen Konsequenzen
wird eingeleitet. Sie erhalten
dieses Schreiben daraufhin nochmals auf dem normalen Postweg.

Hochachtungsvoll,
Rechtsanwalt Florian Giese

Es ist ja nicht das erste mal, dass ich Spam Mails von Anwälten bekomme. Doch meistens sind das dann Einzeiler von einem Absender der sich selbst nur “Anwalt” nennt und mich benachrichtigen will, dass mein Geld da ist. Natürlich müsse ich jetzt nur noch auf einen Link klicken und/oder mir eine EXE runterladen. 😉

Doch diese Mail sieht auf den ersten Blick ganz seriös aus. Als erstes gucke ich mir meist den Header der Email an, genauer gesagt den Teil in dem mein Mailserver beschreibt wie ihm die Mail zugestellt wurde, in diesem Fall:

Received: from rechtsanwalt-giese.info (cpe-71-65-94-152.woh.res.rr.com [71.65.94.152])
by lvps80-237-164-151.dedicated.hosteurope.de (Postfix) with SMTP id 7DD1865E8088
for ; Mon, 18 Oct 2010 21:21:53 +0000 (UTC)

Nichts ist einfacher als einen Email-Absender zu fälschen, weshalb ich mir gerne diese Zeile ansehe, die mein Mailserver in den Header schreibt. Wenn z.B. Amazon mir eine Email schickt, wird diese auch von einem Server aus einer Amazon Domain zugestellt. Spam oder Phishing Mails kommen jedoch meist von Hosts aus weniger bekannten Gegenden des Internets, meist aus dem Adressraum von Internet Service Providern (ISPs). In diesem Fall hat der zustellende Mail Tranfer Agent (MTA) sich zumindest die Mühe gemacht, sich als ein legitimer Sever (rechtsanwalt-giese.info) vorzustellen. Jedoch kann ein er seine wahre Herkunft, die IP 71.65.94.152, nicht verbergen und eine WHOIS-Anfrage liefert die Erkenntnis, dass die IP zum amerikanischen ISP Road Runner gehört.

Das ist eigentlich noch nicht so verdächtig. Immerhin kann man bei Anwaltskanzleien nicht unbedingt davon ausgehen, dass die einen eigenen Mailserver aufgesetzt haben. Normaler Weise liefert dieses Nachschlagen im Email Header mehr Erkenntnisse. Aber es gibt in der Mail noch andere Auffälligkeiten, die sie für den aufmerksamen Surfer als Spam erkennbar machen:

  1. Der Mail fehlt es an einer persönlichen Anrede. Wenn sich schon jemand die Mühe machen würde meine Email-Adresse nur anhand einer IP zu ermitteln, würde dieser Jemand auch meinen Namen wissen.
  2. Die Mail ist auffällig unkonkret, was den Tatbestand angeht. So ist nur von einer Anzahl von Dateien die Rede, aber nicht vom konkreten, geschützten Inhalten in den angeblich getauschten Dateien, wie z.B. Songtitel. Außerdem wird eine IP zum Tatzeitpunkt angegeben, nicht aber der Tatzeitpunkt an sich.
  3. Die Zahlungsmodalitäten (eine mir bisher unbekannte “Ukash” Karte sowie die Paysafe Karte) sind doch sehr … exotisch. Eigentlich würde man sowas per gewöhlicher Banküberweisung machen. Auch der Betrag ist mit 100 Euro ungewöhnlich niedrig. Vermutlich soll einem das Bezahlen der Summe nicht zu schwer gemacht werden.
  4. Der Mail fehlt ein Mini-Impressum, wie es Gewerbetreibende und Freiberufler mittlerweile mitsenden müssen. Gerade ein Anwalt, der sich beruflich mit den Internet auseinandersetzt würde sich hier bestimmt keine Blöße geben.

Wenn man die Website des angeblichen Anwalts besucht, sieht man auf den ersten Blick eine seriöse Seite. Jedoch funktioniert keiner der Links zu den Unterseiten, natürlich auch nicht der zum Impressum.

Eine kurze Google-Recherche liefert dann auch die Erkenntnis, dass andere Internetnutzer die gleiche Email mit der selben angeblichen Tat-IP und genau der selben Anzahl angeblich getauschter Musikstücke bekommen haben. Außerdem findet man heraus, dass es zwar tatsächlich einen Rechtsanwalt namens Florian Giese gibt, dieser jedoch Opfer eines Identitätsdiebstahl wurde.

Mich haben dann heute Morgen übrigens noch mehr ähnliche Emails dieses angeblichen Anwalts erreicht. Und da bin ich nicht alleine. Die versuchen die Abzocke jetzt sogar auch bei bekannten Internet-Anwälten. 😉

Verwirrung mit dem Grünpfeil

Aus der Kategorie “Was ich schon immer einen Fahrlehrer fragen wollte” entstammt folgende Situation in der ich mich des Öfteren befinde.

(Map by OpenStreetmap)

Ich komme aus nordöstlicher Richtung aus der Budapester Straße und will nach rechts auf die Nossener Brücke abbiegen (blauer Fahrtweg). Kurz bevor ich die Ampel erreiche, schaltet diese auf Rot. Jedoch habe ich einen Grünpfeil, der mir nach Halten an der roten Ampel ein Abbiegen nach rechts ermöglicht.

Das Problem: auf der Kreuzung befinden sich zu diesem Zeitpunkt noch Fahrzeuge aus der Chemnitzer Straße, die nach links auf die Nossener Brücke abbiegen wollen (orangeroter Fahrtweg). Normaler Weise hätte ich Vorfahrt vor diesen Fahrzeugen, da Linksabbieger allgemein eine Wartepflicht gegenüber entgegenkommenden Rechtsabbiegern haben.

Allerdings ist das Rechtsabbiegen mit Grünpfeil auch kein gewöhnliches Rechtsabbiegen. Die StVO mein dazu in § 37 Absatz 2:

Nach dem Anhalten ist das Abbiegen nach rechts auch bei Rot erlaubt, wenn rechts neben dem Lichtzeichen Rot ein Schild mit grünem Pfeil auf schwarzem Grund (Grünpfeil) angebracht ist. Der Fahrzeugführer darf nur aus dem rechten Fahrstreifen abbiegen. Er muß sich dabei so verhalten, daß eine Behinderung oder Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, insbesondere des Fußgänger- und Fahrzeugverkehrs der freigegebenen Verkehrsrichtung, ausgeschlossen ist.

Ich würde das mal so deuten, dass ich gegenüber den Linksabbiegern wartepflichtig bin. Das würde auch am meisten Sinn machen, da sonst diese Fahrzeuge ggf. keine Gelegenheit hätten die Kreuzung zu räumen. Andererseits könnte man argumentieren, dass die Linksabbieger unter Umständen garkeine Verkehrsteilnehmer einer freigegebenen Richtung mehr sind, da ihre Ampel inzwischen wahrscheinlich auch Rot zeigt.

Wie ist eure Meinung dazu?

Sarrazin Fail

Eigentlich wollte ich mir ja einen Kommentar zu der ganzen Sarrazin-Sache verkneifen. Trolle soll man ja nicht füttern. Doch in der Auseinandersetzung mit den Aussagen Sarrazins sind mir zwei Dinge aufgefallen.

Zum Einen versucht man seine Aussagen auf eine völlig ungeignete Art zu widerlegen. In Talkshows wie Beckmann oder Hart Aber Fair wurden Herrn Sarrazin als Gegenpol oftmals erfolgreiche Personen mit Migrationshintergrund vorgesetzt. Diese haben dann ihre eigene oder die Lebensgeschichte von Bekannten zum Besten gegeben, quasi als Gegenbeweis zu Sarrazins Thesen.

Das würde aber nur Sinn machen, wenn er seine Thesen auch nur mit Stereotypen oder Einzelschicksalen begründet hätte. Soweit ich weiß* hat er das aber eben gerade nicht. Er begründet seine Thesen mit Statistiken.* Und Statistiken kann man nun mal nicht mit Einzelfällen widerlegen.

Um Sarrazin dialektisch ordentlich anzugreifen müsste man entweder seine Statistiken fundiert anzweifeln oder Fehler in seiner Auswertung ebendieser aufzeigen. Wenn man das nicht macht, können Sarrazin-Befürworter Angriffe auf seine Thesen nur allzu leicht abwehren. Und das kann ja nicht Sinn der Sache sein.

Zum Anderen wird versucht, Berlins regierenden Bürgermeister Wowereit mit Sarrazins Aussagen in Verbindung zu bringen, vermutlich in Vorbereitung des Wahlkampfs um das Berliner Abgeordnetenhaus 2011. Dazu möchte ich nur sagen:

  1. Der Mann war Finanzsenator. Und den Job hat er gar nicht mal so schlecht gemacht. Ist da wirklich wichtig was für Meinungen Sarrazin in Bezug auf Integration hat? Immerhin war er ja nicht Innensenator oder Integrationsbeauftragter.
  2. Wowereit hatte bis 2006 auch nicht die verfassungsmäßige Kompetenz Senatoren zu ernennen oder zu entlassen. Die lag einzig und allein beim Abgeordnetenhaus.

*Ich habe Sarrazins Buch nicht gelesen und werde das auch nicht tun.


Sweet: KDE Schreibtischglobus Marble in Version 0.10

Heute habe ich festgestellt, dass die neue KDE Version 4.5 in den Repositories von Arch Linux zur Installation zur Verfügung steht. Das habe ich natürlich gleich mal ausprobiert. Ich habe dann festgestellt, dass das Arbeitsflächen-Design überarbeitet wurde und beim ersten Anblick einen akuten Anfall von Augenschmerzen verursacht. Aber ich denke, dass ist mehr eine Gewöhnungssache.

Das Tolle an diesem Update ist aber unter anderem, dass der KDE Schreibtischglobus Marble in der Version 0.10, die mir schon im aktuellen Linux Magazin (09/10 S. 34) schmackhaft gemacht wurde, enthalten ist. Marble versucht, dem KDE Nutzer einen ähnlichen Funktionsumfang wie Google Earth zu bieten. Allerdings kann Marble natürlich nicht mit hoch aufgelösten Luftbildern dienen. Dafür kann man verschiedene freie Karten auf den virtuellen Globus projezieren.

Zum Beispiel kann man sich die freie Straßenkarte OpenStreetmap anzeigen lassen. Diese ist besonders gut geeignet um ein neues Feature in Version 0.10 zu nutzen: die Routenplanung. Marble ist nun in der Lage, ebenfalls durch Daten aus dem OpenStreetmap Projekt, eine Punkt-zu-Punkt Navigation anzubieten. Dazu kann man einfach den Start- und Zielort auf der Karte anklicken und es wird eine Route für Kraftfahrzeuge, Fahrradfahrer oder Fußgänger berechnet. Auch das Setzen von Via-Punkten ist möglich.

Kfz-Route
Kfz-Route

Fahrrad-Route
Fahrrad-Route

Fußgänger-Route
Fußgänger-Route

Ich habe dieses neue Feature gleich mal ausprobiert und eine Route vom Barkhausen-Bau zur Alten Mensa auf dem Campus der TU Dresden berechnet. Anhand dieser, zugegeben recht trivialen Route kann man doch die unterschiedlichen Randbedingungen der Routenplanung für die verschiedenen Verkehrsteilnehmer sehen.

Kraftfahrzeuge werden, wie es nicht anders zu erwarten war, nur über die öffentlichen Straßen geführt. Ein Fahrradfahrer wird dagegen durch Schranken hindurch (da bin ich mir nicht ganz sicher, ob das ein Bug oder ein Feature ist) über eine private Lieferantenzufahrt geschickt. Der Fußgänger kann eine noch kürzere Route über Fußwege und Treppen benutzen.

Satellitenbild mit Wolken
Satellitenbild mit Echtzeit-Wolken

Ein weiteres tolles Feature ist die “Echtzeit”-Darstellung von Wolken auf Satellitenbildern. “Echtzeit” bedeutet in diesem Fall, dass die Bilder alle 3 Stunden aktualisiert werden. Das Ganze scheint auch nur bei Tageslicht zu funktionieren. So ist auf dem Bild gerade keine einzige Wolke über der Ost-Hälfte Amerikas zu sehen, was ich mir irgendwie schwer vorstellen kann. Auch ist die Darstellung nur bei einem relativ großem Maßstab möglich. Trotzdem ein tolles Feature.

Neben der Erde kann Marble übrigens auch noch andere Himmelskörper darstellen. Im Lieferumfang ist neben der Erde auch noch der Mond enthalten. Weitere Himmelskörper wie der Mars oder die Venus können mit wenigen Klicks aus dem Internet nachinstalliert werden.

Alles in allem ist Marble ein weiteres gelungenes Stück Open Source Software.

Polizeiberichte

Ich habe heute mal einen Blick in die Polizeiberichte der Dresdner Polizei geworfen, vor allem um herauszufinden, warum letzte Nacht gegen 1 Uhr eine gefühlte Ewigkeit ein Hubschrauber über der Gegend hier gekreist ist. Das habe ich zwar (noch) nicht rausfinden können, dafür habe ich aber von Taten gelesen, die mich doch ernsthaft an der geistigen Gesundheit einiger Mitbürger zweifel lassen.

Da war zum Beispiel ein Täter, der in einen VW T5 eingebrochen ist und was geklaut hat? Radio? Navi? Nein, die Sitze! Wer macht denn sowas?

Oder jemand bricht in die Videoworld-Filiale ein in die ich immer gehe und was nimmt er oder sie mit? Teure Spielkonsolen? Eine Wagenladung DVDs? Nein, es wurden nur ein paar Schachtel Zigaretten geklaut. Wie süchtig muss man sein, um für ein paar Zigaretten eine Fensterscheibe einzuwerfen?

Hochspannende Experimente

Zur Langen Nacht der Wissenschaften 2010 in Dresden habe ich es mir als Elektrotechniker nicht nehmen lassen, mir die Experimentalshow vom Institut für Elektrische Energieversorgung und Hochspannungstechnik anzusehen. Eine ähnliche Vorführung habe ich zwar schon im Grundstudium gesehen, aber diesmal hatte ich die digitale Spiegelreflexkamera von meiner Freundin dabei. 😉

Von der Show ordentliche Fotos zu machen erwies sich wie erwartet als schwierig und zum Teil einfach auch als Glückssache, gerade dann auszulösen, wenn es spannend wird. Von den vielen Experimenten – unter anderem wurde auch ein mit Besuchern besetzter PKW auf seine Spannungsfestigkeit hin “geprüft” – sind mir nur von zwei Experimenten halbwegs brauchbare Bilderserien geglückt. Die Bilderserien habe ich zu animierten GIFs zusammen gestellt.

Entladung gegen Platte
Experiment 1: Beregneter Hochspannungsisolator (klicken um Animation abzuspielen)

Beim ersten Experiment wurde ein Hochspannungsisolator, wie er an Leitungsmasten verwendet wird, beregnet. Gut zu sehen sind die Entladungen entlang des Wasserfilms.

Entladungen an Wanddurchführung
Experiment 2: Entladungen an Wanddurchführung (klicken um Animation abzuspielen)

Beim zweiten Experiment wurde eine Leitungsdurchführung, die verwendet wird, um eine Freilandleitung in ein Gebäude zu führen, bis zum Durchschlag belastet.

Stargardobyl

Wo ich gerade bei strahlenden Nachrichten war:

In der Stagarder Straße, mitten in einem Wohngebiet in Berlin-Prenzlauer Berg, wurde zufällig eine Strahlungsquelle entdeckt.

Frank Rieger hat in seinem Blog den Fund, die provisorische Abschirmung und die Bergung vorbildlich dokumentiert.

Probleme mit Radioaktivität soll es auch in Hannover geben, wie ich über Fefes Blog erfahren habe.

Ich spiele ja schon seit längerem mit dem Gedanken, mir mal einen Geigerzähler zuzulegen. Nach der Meinung eines Kommentators in Franks Blog gehört der ja sowieso in jeden gut ausgestatteten Haushalt. 😉

Andererseits bin ich leicht radiophob und sollte deshalb vielleicht garnicht so genau wissen, was in meiner Umgebung alles wie sehr strahlt.

So lebe ich beispielsweise in einem Gebiet mit hohem Potential für erhöhte Radonkonzentrationen in der Raumluft. Zudem ist der Berg an dessen Hang ich wohne bergmännisch erschlossen und in der Nähe wurde früher Uran abgebaut – beides Indikatoren für eine erhöhte Gefährdung durch Radon. Sollte ich dann tatsächlich eine erhöhte Strahlungsbelastung in der Wohnung, in der ich lebe und arbeite, feststellen kann ich dagegen auch ersteinmal nichts unternehmen und müsste mit dem Wissen leben.

Daher denke ich, dass ich mir frühestens für die nächste Wohnungsbesichtigung einen Geigerzähler zulegen werde. 😉

Diskreter Atomtransport

Radioactive Van
Kleintransporter mit radioaktivem Gefahrengut

Eine Story von der Analog-Autobahn:

Am Samstag den 7. August 2010 habe ich um 10:25 Uhr auf der A14 hinter dem Dreieck Nossen in Richtung Leipzig fahrend diesen Gefahrguttransporter mit offensichtlich radioaktiver Fracht entdeckt.

Der Vito mit tschechischem Kennzeichen fuhr etwa mit 130 km/h und hat sich somit an die vorgegebene Richtgeschwindigkeit gehalten. In der folgenden Baustelle mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h hat er es dann aber nicht so genau genommen. Während ich mit fast schon 70 km/h (laut Tacho) leicht zu schnell unterwegs war, ist er mir davon gefahren.

Dabei musste ich an die Story denken, die ich vor kurzem gehört habe. Demnach sollen die Betreiber von Atomkraftwerken langsam keine Lust mehr auf die ständig blockierten und schlechte PR verursachenden Castor-Transporte haben. Die versuchen sie jetzt zu umgehen, indem sie die zu transportierende Fracht soweit zerkleinern, bis ein gewisser Grenzwert unterschritten ist und sie so diskret und ohne großes Trara in Kleintransportern von A nach B geschafft werden kann. Ich habe dazu aber im Internet keine Quelle gefunden insofern sind das natürlich alles nur Mutmaßungen.

Was genau der Transporter geladen hatte, kann ich natürlich nicht sagen. Ich weiß nichtmal, ob der Transporter nicht leer war. Oder werden bei Leerfahrten die Warntafel abgeschraubt und die Warnzeichen überklebt?