Katastrophentourismus in der eigenen Stadt: Weißeritzhochwasser 2013

Trotz längerer Inaktivität dachte ich mir heute, dass ich angesichts der aktuellen Situation unbedingt hier was im Blog veröffentlichen muss. Dieses mal versuche ich mich ein wenig in Lokaljournalismus.

Wie ihr sicherlich schon gehört habt, ist in weiten Teilen Ostdeutschlands (Bayern zähle ich da einfach mal mit dazu) Land unter. Gerade hier in der Gegend um Dresden fühlen sich viele an das “Jahrhunderthochwasser” von 2002 erinnert. Viel wird dabei über die Elbe berichtet, aber entscheidend für viele Schäden in der Dresdner Innenstadt und für die Überflutung der Hauptbahnhofs war das Hochwasser der Weißeritz im Dresdner Westen.

Im 19. Jahrhundert hatten die Sachsen die geniale Idee, den Verlauf der Weißeritz, die direkt neben der Altstadt in die Elbe mündete, ein paar Kilometer in Richtung Westen zu verlegen. Ein paar Hochwasser später weiß man, dass das vielleicht nicht die beste Entscheidung war, aber inzwischen ist das Gebiet dicht bebaut. Neben einem großen Krankenhaus befindet sich noch ein Kraftwerk und die Hauptbahnstrecken Dresdens in dem Gebiet. Außerdem durchstoßen ebendiese Bahnstrecken die Begrenzung des natürlichen Weißeritzverlaufs in Richtung Osten, so dass die Wassermassen gegebenenfalls ungehindert den Hauptbahnhof fluten können. Welche Gebiete bei einem Hochwasser der Weißeritz überschwemmt werden, sieht man hier ganz gut. (Quelle: Wikimedia, CC-BY-SA Geo-Loge)

WeißeritzUeberschwemmungsgebietLuftbild

Heute habe ich spontan, da ich sowieso in der Gegend und das Wetter halbwegs erträglich war, mit meinem Smartphone ein paar Bilder vom aktuellen Stand der Weißeritz in Dresden-Löbtau geknipst. (Zum Vergrößern auf die Bilder klicken)

Es ist schon ein bedrückendes Gefühl direkt neben so einer Naturgewalt zu stehen, die vielleicht schon bald die Stadt ins Chaos stürzen kann. Okay, wahrscheinlich hat der Batman-Soundtrack, den ich nebenbei gehört habe, diese Stimmung noch verstärkt. Unter diesem Eindruck habe ich mit meinem Smartphone gleich noch ein paar Videos aufgenommen, die vielleicht einen besseren Eindruck als die Bilder vermitteln.

Recht haben und Recht bekommen…

… sind zwei verschiedene Dinge. Letzte Woche ist das Headset von meinem Handy ausgefallen. Die Abdeckung eines Ohrhörers ist abgefallen und jetzt kann ich mir den Knopf nichtmehr ins Ohr stecken ohne Verletzungen durch einen Grat am Lautsprecher zu riskieren.

Intakter (links) und beschädigter (rechts) Kopfhörer
Eigentlich kein Drama, dachte ich mir. Schließlich habe ich das Gerät erst am 19.06. dieses Jahres gekauft und bin somit noch in den ersten 6 Monaten der Gewährleistung in denen die Beweislast beim Händler liegt.

Heute habe ich dann endlich mal Zeit gefunden, zum Händler zu gehen, der mir das Gerät verkauft hat:

D&D Funkservice
Kesselsdorfer Str. 22-24
01159 Dresden

Dort wurde dann ziemlich schnell klar, dass der Verkäufer meinen Gewährleistungsanspruch nicht gelten lassen will. Ich hätte den Schaden selbst verursacht, da die Verschalung abgebrochen sei. Ich persönlich bin mittlerweile nach eingehender Betrachtung der Meinung, dass der Kleber müde geworden ist, da ich keine Bruchstellen erkennen kann. Jedenfalls heißt es in der schriftlichen “Begründung” (die ich auch erst nach hartnäckigem Nachfragen schriftlich bekam):

Ablehnung Gewährleistung Gerätetausch/ Reperatur da Gerät mechanisch beschädigt, Ohrhörer ab/ausgebrochen

Jetzt bin ich am Überlegen, was ich als nächstes mache. Sich schriftlich an das Unternehmen zu wenden macht denke ich weniger Sinn. Der Laden ist ziemlich klein und ich denke der Verkäufer und der Leser meiner Post stehen in ziemlich engem Kontakt miteinander und werden dann wohl auch sehr ähnliche Standpunkte vertreten.

Übrigens ist mir beim Schreiben dieses Artikels aufgefallen, dass info@dd-funkservice.de, die eMail-Adresse, die in der schriftlichen Ablehnung angegeben wird, nicht gültig ist, da die TLD dd-funkservice.de laut denic zur Zeit nicht vergeben ist. Darf man als Kaufmann dann sowas überhaupt unter seine Briefe setzen?

Unterwegs trotz Streik

Es war schon ein trauriges Bild letzten Freitag am Dresdener Hauptbahnhof. Ich hätte ja lange Schlangen am ServicePoint oder vielleicht sogar noch eine aufgebrachte Menge erwartet, die kurz davor ist, die streikenden Lokführer zu lynchen.

Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Das folgende Bild zeigt die Anzeigentafel in der Haupteingangshalle.

Anzeigentafel am Dresdener Hauptbahnhof
Anzeigentafel in der Eingangshalle des Dresdener Hauptbahnhofs am Freitag Mittag

Es war kaum ein Mensch da. Dafür fuhren aber auch kaum Züge. Vereinzelt einmal eine Regionalbahn oder eine S-Bahn, aber nie wirklich was regel- oder fahrplanmäßiges.

Ich bin dann mit dem EuroCity nach Berlin gefahren, denn der Fernverkehr wurde ja nicht direkt bestreikt. Natürlich hatte der Zug mal wieder seine üblichen 40 Minuten Verspätung in der Ankunft im Berliner Hauptbahnhof. Aber das ist ja (leider) nichts ungewöhnliches.

Ausflug nach Leipzig

Ich habe von meinen Eltern großzügiger Weise eine kleine finanzielle Zuwendung bekommen damit ich mir in den Ferien mal was gönnen kann. Eigentlich wollten sie ja, dass ich verreise, aber ich hatte keine Lust, eine Urlaubsreise zu organisieren.

Damit ich in meinen Ferien aber trotzdem mal was unternehme, habe ich mich entschlossen einen Tagesausflug nach Leipzig zu machen, um die größte Stadt Sachsens mal außerhalb des WGTs kennen zu lernen. Ich organisierte mir mehr oder weniger spontan einen fahrbaren Untersatz und dann ging es am Freitag um 11 Uhr auch schon los.

Das Völkerschlachtdenkmal
(Zum Vergrößern auf die Bilder klicken)

Erster Stopp in Leipzig war das altehrwürdige Völkerschlachtdenkmal. 1813 trafen sich so ziemlich alle Völker der Gegend bei Leipzig um dem Besatzer Napoleon mal kräftig in den Hintern zu treten – mit Erfolg. Zur Erinnerung sollte ein großes Denkmal am Ort der Schlacht auf einem Trümmerberg errichtet werden. Gesagt getan. Dummer weise haben die Sachsen, auf deren Territorium das Denkmal ja stehen sollte, auf Napoleons Seite gekämpft und jämmerlich versagt. Klar, dass sie keinen großen Antrieb hatten sich auch noch dafür ein Denkmal bei sich zu errichten. Das Projekt brauchte Anschub von einer etwas höheren Macht und den hat es dann in den 1870ern auch vom Kaiser gegeben.Das Denkmal wurde das größte derartige Bauprojekt des Kaiserreichs. Das Ergebnis ist ein Bauwerk, welches den Besucher an den Schmerz und das Leid erinnert die es gefordert haben muss, uns die Franzosen vom Leib zu schaffen. Wer einmal die 501 Stufen bis zur 90 Meter hohen Kuppel zu Fuß erklommen hat, weiß was ich meine. Dafür wurde man aber auch mit einem tollen Ausblick belohnt.

Ausblick vom Völkerschlachtdenkmal

Als nächstes begleitete ich meine Freundin beim Fotografieren auf den direkt an das Denkmal angrenzenden Südfriedhof. Angeblich soll es einer der schönsten Parkfriedhöfe Sachsens sein. Drei Stunden sind wir durch den Park spaziert und Steffi hat reichlich fotografiert. Dabei haben wir auch ein paar markabere Entdeckungen gemacht. So zum Beispiel dass einen die Bürokratie bis in dem Tod verfolgt.

Von der Wiege bis zur Bahre...

Natürlich wurden auch ernsthafte und künstlerisch wertvolle Bilder gemacht. Aber dafür ist Steffi zuständig. Entsprechend gehen die folgenden Bilder auf ihr Konto.

Grab auf dem Leipziger Südfriedhof

Grab auf dem Leipziger Südfriedhof

Grab auf dem Leipziger Südfriedhof

Grab auf dem Leipziger Südfriedhof

Grab auf dem Leipziger Südfriedhof

Es gab auch jede Menge lebendige Natur zu sehen, wie folgende Bilder zeigen. Leider nicht vertreten sind die zahlreichen Eichhörnchen.

Natur auf dem Leipziger Südfriedhof

Natur auf dem Leipziger Südfriedhof

Übrigens scheint das Areal um das Völkerschlachtdenkmal Werwolfgebiet zu sein. Ich rate also allen Kainiten und Vampire-LARPern zu erhöhter vorsicht. Vergesst nicht, die Silberkugeln mitzunehmen.

Markierungen eines Werwolf-Reviers

Nach dem Gang über den Friedhof taten mir schon ziemlich die Füße weh. Wir sind dann in das Stadtzentrum gefahren und haben uns erstmal etwas zu Essen gesucht. Nach einer Weile des Schlendernds durch die City bei dem wir nichts passenden gefunden haben, machte mein Magen schon ziemlich Stress. Ich entschloss mich der Suche ein Ende zu machen, zückte mein Handy und suchte mir mit Google Maps ein Steakhaus. Nach einen kurzen, nun zielstrebigen Marsch kehrten wir bei Maredo ein. Dort gönnten wir uns jeweils eine Bionade, eine Hähnchenbrust und reichlich vom Salatbuffet.

Sehr gut gesättigt und kaum mehr in der Lage zu laufen, schlenderten wir trotzdem noch etwas durch die Innenstadt bis zum Hauptbahnhof. So vertrieben wir uns die Zeit bis Leipzigs bekanntester Club der Schwarzen Szene, das Darkflower, seine Pforten öffnete. Bei meinen zwei Besuchen auf dem WGT bin ich bisher noch nicht dazu gekommen dem Darkflower mal einen Besuch abzustatten. Natürlich war um 21 Uhr noch nicht viel los. Das Kellerlokal erinnerte uns irgendwie an das Last Cathedral in Berlin. Der Club machte zunächst einen eher kleinen Eindruck, bis wir hinter der Bar noch einen großen, etwas ruhigeren Raum entdeckten. Musikalisch gab es Elektro und Noise begleitet von einer Alien-Autopsie auf einer Leinwand neben der Tanzfläche.

Gegen 23 Uhr haben wir uns dann auf den Weg in Richtung Dresden gemacht, um noch etwas schlaf zu bekommen, bevor es dann am Samstag Vormittag zurück nach Berlin ging, um das Auto zurück zu bringen.

Militärhubschrauber über Dresden?

Heute gegen 11:30 Uhr, kurz nachdem ich von meiner Prüfung nach Hause gekommen bin, bot sich mir ein merkwürdiger Anblick. Ca. 5 Hubschrauber, so wie es aussah militärisch, sind über der Elbe Richtung Dresdener Altstadt geflogen.

Mit der hektisch herbeigeholten DigiCam meiner Freundin konnte der Anblick festgehalten werden, wenn auch nicht genug Zeit blieb um nahe an die Hubschrauber heranzuzoomen. (Zum Vergrößern auf die Bilder klicken)

Hubschrauber über der Elbe

Hubschrauber über der Elbe


Ich frage mich immernoch was es mit den Hubschraubern auf sich hat. Vielleicht war ja mal wieder eine Demonstration von “Gefährdern” und der Bundeswehr werden die Tornado-Einsätze langsam zu teuer. 😉