Portal 2 Review

TL;DR
Gutes Spiel aber schlechtes Preis/Leistungsverhältnis. Am besten warten bis es billiger wird.

Mitten in den Zeitraum zwischen Ende meines Studiums und Job-Einstieg fiel der Release-Termin von Portal 2. Ich kann mich ja kaum noch für PC-Spiele begeistern, aber der erste Teil von Portal hat mich ja mal sowas von aus den Socken gehauen, da konnte ich mir den zweiten Teil nicht entgehen lassen. Nachdem ich die Einzelspieler-Kampagne gestern Abend abgeschlossen habe, möchte ich hier ein Review schreiben.

Was war gut?
Positiv zu erwähnen ist, dass Portal seinem Spielprinzip treu geblieben ist. Den Machern ist bei der Konstruktion der Rätsel ein guter Mix aus bekannten und neuen Elementen geglückt. Auch GLaDOS begeistert in der ersten Hälfte wieder mit passiv-aggressiven Bemerkungen zum Vorgehen des Spielers. Insgesamt finde ich die deutsche Synchronisation ganz gut gelungen.

Die Anforderungen der Rätsel haben sich leicht verändert. Während man im ersten Teil noch Rätsel lösen musste indem man im Flug ein Portal an die richtige Stelle platzierte, gibt es solche Herausforderungen an die Geschicklichkeit des Spielers im zweiten Teil fast nicht mehr. Man braucht zur Lösung der Rätsel eigentlich nur noch Köpfchen und keine übermäßig schnelle und präzise rechte Hand. Das finde ich gut, stößt aber bei vielen Spielern auf wenig Gegenliebe, wie ich in anderen Reviews gelesen habe. Angeblich ist das der Spielbarkeit auf Konsolen geschuldet.

Was war schlecht?
Wohl auch den Spielkonsolen geschuldet ist eine heimliche “Zielhilfe” die in das Spiel eingebaut wurde. Droht man ein knapp an einem Portal vorbei zu fliegen, wird man von der Spielmechanik leicht in die richtige Richtung gestupst.

Die Anzahl an Flächen an denen man ein Portal anbringen kann wurde wohl etwas eingeschränkt. Einsteiger sollen wohl nicht mit der Platzierung von Portalen überfordert werden, so dass man dort fast nichts mehr falsch machen kann. Eigentlich schade, denn damit hat man weniger alternative Lösungsmöglichkeiten. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass der Schwierigkeitsgrad gesenkt worden ist. Ich habe selten in einem Raum mehr als fünf Minuten zubringen müssen.

Das führt auch schon zu meinem primären Kritikpunkt: insgesamt war mir das Spiel für einen Vollpreistitel zu kurz. Ohne Hetzen habe ich 7 Stunden für die Einzelspieler-Kampagne gebraucht. Ob diese hätte länger sein sollen ist fraglich, denn die Rätsel laufen Gefahr etwas eintönig zu werden. Ich würde die Länge so in Ordnung finden, wenn das Spiel nur 20-30 Euro gekostet hätte. So aber wurde mir für meinen Geschmack zu wenig geboten.

Zum Schluss möchte ich noch einen Satz zum Ende sagen, ohne zu spoilern: Ich war mit dem genialen Ende vom ersten Teil im Hinterkopf enttäuscht.

Gothic Friday: The Early Years

Ich will dann doch mal bei einem Blog-Projekt mitmachen. Erst habe ich überlegt, ob das überhaupt hier hin passt, aber da ich langfristig sowieso eine Zellteilung vollziehen will, schreibe ich jetzt doch einen etwas privateren Eintrag.

Es geht um das Projekt Gothic Friday, bei dem es einmal im Monat um die “schwarze Szene” gehen soll. In der ersten Ausgabe ist das Thema “Wie bist du in die Szene gekommen?“.

Ich glaube ich kann mein erstes Interesse auf eine Klassenfahrt im Jahr 2002 zurück datieren. Während dieser Klassenfahrt hat ein Freund im Zimmer Alben von Lacrimosa gespielt und mir hats gefallen. Was mich wohl vor allem begeistert hat war die Kombination aus gehaltvollen Songtexten und anspruchsvollerer Musik im Vergleich zu meinen vorher präferierten Musikstilen wie Punk, Grunge und Thrash Metal in Form von Metallica.

Damals habe ich die Szene auch irgendwie als Gegenentwurf zur Spaßgesellschaft empfunden der ich, aus Gründen an die ich mich nicht mehr erinnern kann, den Mittelfinger zeigen wollte. Entsprechend kleidete ich mich auch (noch) mehr in schwarz und kam irgendwann sogar an einen langen schwarzen Ledermantel heran. Ich glaube das Modell hieß “Morpheus“. *hust*

Glücklicher Weise war es zu der Zeit kein wirklich großes Problem an entsprechende Musik ran zu kommen (andere hatten da ganz andere Probleme), so dass ich auch recht schnell mehr Musik aus der Szene kennen gelernt habe. Es muss zwischen 2002 und 2003 gewesen sein, dass ich auf Nightwish gestoßen wurde. Ich war begeistert von der Mischung aus orchestraler Musik und Metal so dass Nightwish zu meiner Lieblingsband aufstieg. Auch heute noch denke ich, dass diese Band eine der besten in ihrem Genre ist, auch wenn ich inzwischen den etwas anspruchsvolleren Ansatz von Haggard bevorzuge.

Wohl durch Nightwish ist einer meiner Freunde 2003 auf die Idee gekommen, auf das M’Era Luna Festival zu fahren. Neben dem Headliner Nightwish traten auch andere bei mir und meinem Umfeld beliebte Bands wie Subway to Sally und In Extremo auf. Dort festigte sich meine Ansicht, dass die Mädels der Schwarzen Szenen doch immer noch am besten aussehen. 😉

2004 folgte dann der erste Besuch auf einem Wave Gotik Treffen (WGT). Da kam ich mir schon voll in die schwarze Szene integriert vor. Dabei war ich zu der Zeit kaum in entsprechenden Clubs unterwegs. Das kam dann erst 2005 als ich von Berlin nach Dresden gezogen bin und irgendwie neue Leute zum weggehen kennen lernen wollte.

Identitätskrise

Heute hatte ich etwas ganz einfaches vor: ich wollte einfach nur mal nach einer Kneipe in Berlin Friedrichshain suchen, die am 25. Dezember, also dem ersten Weihnachtsfeiertag, spät Abends noch geöffnet hat. Ich wollte mich im Vorfeld erkundigen nachdem ich bei einer ähnlichen Aktion letztes Jahr feststellen musste, dass selbst Friedrichshain zu dieser Zeit kneipentechnisch eine Geisterstadt ist.

Ich wollte zum Beispiel beim Jailbreak nachgucken. Auf deren Internetseite steht, wie übrigens auch auf Internetseiten anderer Lokalität, erstmal nichts direkt zu den Öffnungszeiten in der Weihnachtszeit. Wieso eigentlich nicht? Die Öffnungszeiten eines Lokals gehören doch zu den Kerninformationen die ich auf dessen Website finden möchte und zwar aktuell und fehlerfrei. Nichts ist ärgerlicher, als sich mit ein paar Leuten in einer Kneipe zu verabreden und dann vor geschlossenen Türen zu stehen.

Zumindest ist dort auch gleich eine Handynummer angegeben die man anrufen kann, wenn man Fragen zu den Öffnungszeiten hat. Also habe ich die Nummer angerufen, nur um eine Ansage zu hören, dass diese Nummer nicht mehr vergeben ist. Na toll.

Meine nächste Idee war das Impressum der Website zu prüfen, ob da vielleicht eine funktionierende Telefonnummer oder eMail-Adresse zu finden ist. Impressum? Fehlanzeige. Zwar muss jede deutsche Website ein solches aufweisen, aber offensichtlich ist noch kein Abmahn-Anwalt auf diese Seite gestoßen.

Meine nächste Idee war mal beim WHOIS der DENIC nachzusehen, ob es eine gute Kontaktmöglichkeit gibt. Tja, leider bin ich grandios am dort eingebauten CAPTCHA gescheitert, der mich nach einer handvoll Lösungsversuchen erstmal gesperrt hat. Deshalb ging dann wohl auch die WHOIS-Abfrage über die Konsole von meiner IP aus nicht mehr.

Das ist das erste mal, dass ich als Mensch bei einem CAPTCHA endgültig versagt habe. Daraus kann ich eigentlich nur den Schluss ziehen, dass ich irgendwann in letzter Zeit durch einen Androiden ersetzt wurde. Das gibt Extrapunkte für den Turing-Test der DENIC.

Comic by xkcd

Autokäufer

Damit es nicht heißt, ich würde nur gegen Fahrradfahrer wettern, geht es mir dieses Mal um Autofahrer. Genauer gesagt geht es mir um Autokäufer.

Da scheint es ein paar besonders kluge Exemplare zu geben, die sich gestern einen knapp zwei Meter breites SUV gekauft haben und heute merken, dass sie in keine 2,20m bereite Parklücke im Parkhaus passen.

Dann beschweren sie sich über ihre Lobbyorganisation darüber, dass die Parkhäuser zu eng wären damit sie dann hoffentlich morgen breitere Parkhäuser haben. Und irgendwie ahne ich, dass das dann alle Nutzer des Parkhauses bezahlen dürfen, unabhängig von der Breite numberswiki.com

des benötigten Parkraums.

Ich frage mich, was sich diese Leute beim Autokauf denken. Man weiß doch vorher ob man vor hat, ab und an mal in ein Parkhaus zu fahren und man weiß auch wie viel Platz man in einem solchen Parkhaus hat. Denken diese Autokäufer etwa, dass die Parkbuchten über Nacht breiter werden, nur weil sie sich so einen Straßenpanzer gekauft haben?

Von mir aus sollen doch Parkhäuser auf breitere Parkplätze umgebaut werden. Aber dann sollen sie bitte ein paar kleinere Parkplätze übrig lassen und diese gegen eine geringere Gebühr Kleinwagenfahrern zur Verfügung stellen. Ich würde das nur gerecht finden.

Radwege – Wo ist das Problem?

Ich tue mich etwas schwer die Leute zu verstehen, die sich über die Radwegbenutzungspflicht aufregen. Sowohl als Auto- und als Radfahrer.

Als Radfahrer sind mir Radwege schon immer lieber gewesen, so dass ich sie auch immer dankbar benutzt habe. Auf dem Radweg muss ich mich nicht vor zu knapp überholenden Autofahrern fürchten und fühle mich auch insgesamt sicherer, da ein Unfall mit einem Fußgänger gegebenen Falls glimpflicher ausgeht als ein Unfall mit einem Kraftfahrzeug. Allerdings bin ich auch ein sehr gemütlicher Radfahrer. Ich fahre auf Kreuzungen eben mit erhöhter Aufmerksamkeit zu und warte erst ab, ob Autofahrer auf meine Anwesenheit reagieren, bevor ich mein Vorfahrtsrecht in Anspruch nehme.

Als Autofahrer sind Radfahrer natürlich zu aller erst gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer die aber, wenn sie auf der Straße fahren, wegen ihrer geringen Geschwindigkeit auch ein Hindernis darstellen. Besonders im städtischen Verkehr kann man Fahrradfahrer oft nicht legal überholen, da zum Beispiel Gegenverkehr oder durchgehende Fahrbahnmarkierungen das zu verhindern wissen. Das stört halt den allgemeinen Verkehrsfluss. Beim Abbiegen über einen schlecht einsehbaren Radweg halte ich gegebenen Falls vor diesem und vergewissere mich, dass kein Radfahrer zu sehen ist. Erst dann taste ich mich langsam in den Radweg hinein. Wenn nicht gerade ein Radfahrer mit unangemessener Geschwindigkeit für einen gemeinsamen Fuß- und Radweg (also mit >30 km/h den Berg runter) meinen Weg kreuzt, kann da eigentlich nichts passieren.

Also, wo genau ist denn da das Problem mit dem Benutzen der Radwege?

Arbeiten Heute

Diese Woche haben die Medien verlautbart, dass die Bundesagentur für Arbeit es endlich geschafft hat, die Anzahl an Erwerbslosen auf unter 3 Millionen zu rechnen. Klingt ja eigentlich ganz gut, aber was für Jobs sind das denn, die man heute so bekommt?

Aus meinem Umfeld habe ich den Eindruck, dass es nur noch Jobs gibt, die entweder temporär oder lokal unsicher sind. Wenn man direkt von dem Unternehmen angestellt wird, für das man dann auch die Arbeit verrichtet, bekommt man vielleicht nur einen befristeten Arbeitsvertrag angeboten. Wenn man bei einem Dienstleister, dessen Geschäftsmodell sich im wesentlichen auf die Arbeitnehmerüberlassung stützt anfängt, kann man damit rechnen unter Umständen sogar mehrmals im Jahr die Arbeitsstelle wechseln zu müssen.

Ich als fast fertiger Ingenieur habe ja das Glück, keine Angst haben zu müssen, irgendwo irgendeinen Jobs zu finden. Nur nach dem was ich so auf virtuellen (Xing) und realen (Bonding) Jobmessen erlebe werden vor allem Jobs bei Ingenieurdienstleistern oder Beratungsfirmen beworben, also Jobs, die mit lokaler Unsicherheit behaftet sind. Da muss ich sagen, dass sich meine Begeisterung immer in Grenzen hält.

Ja, ich wäre bereit für einen Job in eine andere Stadt zu ziehen, für einen entsprechend attraktiven Job vielleicht auch aufs Land. Aber ich habe wirklich Bedenken, jährlich oder noch häufiger meinen Arbeitsplatz zu wechseln. Ich meine, wenn man alleinstehend ist und gerade von der Uni kommt, ist so ein Job bei einem Dienstleister bestimmt ganz interessant weil man viele verschiedene Orte sieht und auch viele unterschiedliche berufliche Erfahrungen sammeln kann.

Aber wie soll dass denn funktionieren, wenn man eine ernsthafte Beziehung führt? Eine Beziehung, in der der Partner nicht nur ein Anhängsel wie im klassischen Modell mit Alleinernährer und Hausfrau ist sondern eine eigene Karriere verfolgt? Ich habe deswegen schon über 3 Jahre eine Wochenendbeziehung geführt und sehe damit meinen Lebensbedarf an Fernbeziehungen gedeckt.

Ich frage mich, wie das Leute machen, die bei solchen Dienstleistern arbeiten. Oder sind das alles Singles?

Spam mal anders: Filesharing Abmahnung

Ich habe gestern Abend folgende Email erhalten deren Absender angeblich ein Rechtsanwalt Florian Giese mit der Email-Adresse giese@rechtsanwalt-giese.info:

Guten Tag,

in obiger Angelegenheit zeigen wir die anwaltliche Vertretung und
Interessenwahrung der Firma Videorama GmbH,
Munchener Str. 63, 45145 Essen, an.

Gegenstand unserer Beauftragung ist eine von Ihrem Internetanschluss
aus im sogenannten Peer-to-Peer-Netzwerk
begangene Urheberrechtsverletzung an Werken unseres Mandanten. Unser
Mandant ist Inhaber der ausschliesslichen
Nutzungs- und Verwertungsrechte im Sinne der §§ 15ff UrhG bzw. § 31
UrhG an diesen Werken, bei denen es sich um
geschutzte Werke nach § 2 Abs 1 Nr. 1 UrhG handelt.

Durch das Herunterladen urherberrechtlich geschutzer Werke haben sie
sich laut § 106 Abs 1 UrhG i.V. mit
§§ 15,17,19 Abs. 2 pp UrhG nachweislich strafbar gemacht.
Bei ihrem Internetanschluss sind mehrere Downloads von musikalischen
Werken dokumentiert worden.

Aufgrund dieser Daten wurde bei der zustandigen Staatsanwaltschaft am
Firmensitz unseres Mandanten Strafanzeige
gegen Sie gestellt.

Aktenzeichen: 230 Js 413/10 Sta Stuttgart

Ihre IP Adresse zum Tatzeitpunkt: 84.190.31.155

Illegal heruntergeladene musikalische Stucke (mp3): 13

Illegal hochgeladene musikalische Stucke (mp3): 21

Wie Sie vielleicht schon aus den Medien mitbekommen haben, werden
heutzutage Urheberrechtverletzungen
erfolgreich vor Gerichten verteidigt, was in der Regel zu einer hohen
Geldstrafe sowie Gerichtskosten fuhrt.
Link: Urheberrecht: Magdeburger muss 3000 Euro Schadensersatz zahlen

Genau aus diesem Grund unterbreitet unsere Kanzlei ihnen nun folgendes
Angebot:
Um weiteren Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und anderen
offiziellen Unannehmlichkeiten wie Hausdurchsuchungen,
Gerichtsterminen aus dem Weg zu gehen, gestatten wir ihnen den
Schadensersatzanspruch unseres Mandanten
aussergerichtlich zu loesen.
Wir bitten Sie deshalb den Schadensersatzanspruch von 100 Euro bis zum
22.10.2010 sicher und unkompliziert
mit einer UKASH-Karte zu bezahlen. Eine Ukash ist die sicherste
Bezahlmethode im Internet und
fur Jedermann anonym an Tankstellen, Kiosken etc. zu erwerben.
Weitere Informationen zum Ukash-Verfahren erhalten Sie unter:
http://www.ukash.com/de
Senden Sie uns den 19-stelligen Pin-Code der 100 Euro Ukash an
folgende E-Mailadresse videorama@rechtsanwalt-giese.info

* alternativ konnen Sie auch mit Paysafecard zahlen
Link: http://www.paysafecard.com/de

Geben Sie bei Ihre Zahlung bitte ihr Aktenzeichen an!

Sollten sie diesen Bezahlvorgang ablehnen bzw. wir bis zur angesetzten
Frist keinen 19- stelligen
Ukash PIN-Code im Wert von 100 Euro erhalten haben(oder gleichwertiges
Paysafecard Coupon), wird der Schadensersatzanspruch offiziell
aufrecht erhalten und das Ermittlungsverfahren mit allen Konsequenzen
wird eingeleitet. Sie erhalten
dieses Schreiben daraufhin nochmals auf dem normalen Postweg.

Hochachtungsvoll,
Rechtsanwalt Florian Giese

Es ist ja nicht das erste mal, dass ich Spam Mails von Anwälten bekomme. Doch meistens sind das dann Einzeiler von einem Absender der sich selbst nur “Anwalt” nennt und mich benachrichtigen will, dass mein Geld da ist. Natürlich müsse ich jetzt nur noch auf einen Link klicken und/oder mir eine EXE runterladen. 😉

Doch diese Mail sieht auf den ersten Blick ganz seriös aus. Als erstes gucke ich mir meist den Header der Email an, genauer gesagt den Teil in dem mein Mailserver beschreibt wie ihm die Mail zugestellt wurde, in diesem Fall:

Received: from rechtsanwalt-giese.info (cpe-71-65-94-152.woh.res.rr.com [71.65.94.152])
by lvps80-237-164-151.dedicated.hosteurope.de (Postfix) with SMTP id 7DD1865E8088
for ; Mon, 18 Oct 2010 21:21:53 +0000 (UTC)

Nichts ist einfacher als einen Email-Absender zu fälschen, weshalb ich mir gerne diese Zeile ansehe, die mein Mailserver in den Header schreibt. Wenn z.B. Amazon mir eine Email schickt, wird diese auch von einem Server aus einer Amazon Domain zugestellt. Spam oder Phishing Mails kommen jedoch meist von Hosts aus weniger bekannten Gegenden des Internets, meist aus dem Adressraum von Internet Service Providern (ISPs). In diesem Fall hat der zustellende Mail Tranfer Agent (MTA) sich zumindest die Mühe gemacht, sich als ein legitimer Sever (rechtsanwalt-giese.info) vorzustellen. Jedoch kann ein er seine wahre Herkunft, die IP 71.65.94.152, nicht verbergen und eine WHOIS-Anfrage liefert die Erkenntnis, dass die IP zum amerikanischen ISP Road Runner gehört.

Das ist eigentlich noch nicht so verdächtig. Immerhin kann man bei Anwaltskanzleien nicht unbedingt davon ausgehen, dass die einen eigenen Mailserver aufgesetzt haben. Normaler Weise liefert dieses Nachschlagen im Email Header mehr Erkenntnisse. Aber es gibt in der Mail noch andere Auffälligkeiten, die sie für den aufmerksamen Surfer als Spam erkennbar machen:

  1. Der Mail fehlt es an einer persönlichen Anrede. Wenn sich schon jemand die Mühe machen würde meine Email-Adresse nur anhand einer IP zu ermitteln, würde dieser Jemand auch meinen Namen wissen.
  2. Die Mail ist auffällig unkonkret, was den Tatbestand angeht. So ist nur von einer Anzahl von Dateien die Rede, aber nicht vom konkreten, geschützten Inhalten in den angeblich getauschten Dateien, wie z.B. Songtitel. Außerdem wird eine IP zum Tatzeitpunkt angegeben, nicht aber der Tatzeitpunkt an sich.
  3. Die Zahlungsmodalitäten (eine mir bisher unbekannte “Ukash” Karte sowie die Paysafe Karte) sind doch sehr … exotisch. Eigentlich würde man sowas per gewöhlicher Banküberweisung machen. Auch der Betrag ist mit 100 Euro ungewöhnlich niedrig. Vermutlich soll einem das Bezahlen der Summe nicht zu schwer gemacht werden.
  4. Der Mail fehlt ein Mini-Impressum, wie es Gewerbetreibende und Freiberufler mittlerweile mitsenden müssen. Gerade ein Anwalt, der sich beruflich mit den Internet auseinandersetzt würde sich hier bestimmt keine Blöße geben.

Wenn man die Website des angeblichen Anwalts besucht, sieht man auf den ersten Blick eine seriöse Seite. Jedoch funktioniert keiner der Links zu den Unterseiten, natürlich auch nicht der zum Impressum.

Eine kurze Google-Recherche liefert dann auch die Erkenntnis, dass andere Internetnutzer die gleiche Email mit der selben angeblichen Tat-IP und genau der selben Anzahl angeblich getauschter Musikstücke bekommen haben. Außerdem findet man heraus, dass es zwar tatsächlich einen Rechtsanwalt namens Florian Giese gibt, dieser jedoch Opfer eines Identitätsdiebstahl wurde.

Mich haben dann heute Morgen übrigens noch mehr ähnliche Emails dieses angeblichen Anwalts erreicht. Und da bin ich nicht alleine. Die versuchen die Abzocke jetzt sogar auch bei bekannten Internet-Anwälten. 😉

Verwirrung mit dem Grünpfeil

Aus der Kategorie “Was ich schon immer einen Fahrlehrer fragen wollte” entstammt folgende Situation in der ich mich des Öfteren befinde.

(Map by OpenStreetmap)

Ich komme aus nordöstlicher Richtung aus der Budapester Straße und will nach rechts auf die Nossener Brücke abbiegen (blauer Fahrtweg). Kurz bevor ich die Ampel erreiche, schaltet diese auf Rot. Jedoch habe ich einen Grünpfeil, der mir nach Halten an der roten Ampel ein Abbiegen nach rechts ermöglicht.

Das Problem: auf der Kreuzung befinden sich zu diesem Zeitpunkt noch Fahrzeuge aus der Chemnitzer Straße, die nach links auf die Nossener Brücke abbiegen wollen (orangeroter Fahrtweg). Normaler Weise hätte ich Vorfahrt vor diesen Fahrzeugen, da Linksabbieger allgemein eine Wartepflicht gegenüber entgegenkommenden Rechtsabbiegern haben.

Allerdings ist das Rechtsabbiegen mit Grünpfeil auch kein gewöhnliches Rechtsabbiegen. Die StVO mein dazu in § 37 Absatz 2:

Nach dem Anhalten ist das Abbiegen nach rechts auch bei Rot erlaubt, wenn rechts neben dem Lichtzeichen Rot ein Schild mit grünem Pfeil auf schwarzem Grund (Grünpfeil) angebracht ist. Der Fahrzeugführer darf nur aus dem rechten Fahrstreifen abbiegen. Er muß sich dabei so verhalten, daß eine Behinderung oder Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer, insbesondere des Fußgänger- und Fahrzeugverkehrs der freigegebenen Verkehrsrichtung, ausgeschlossen ist.

Ich würde das mal so deuten, dass ich gegenüber den Linksabbiegern wartepflichtig bin. Das würde auch am meisten Sinn machen, da sonst diese Fahrzeuge ggf. keine Gelegenheit hätten die Kreuzung zu räumen. Andererseits könnte man argumentieren, dass die Linksabbieger unter Umständen garkeine Verkehrsteilnehmer einer freigegebenen Richtung mehr sind, da ihre Ampel inzwischen wahrscheinlich auch Rot zeigt.

Wie ist eure Meinung dazu?

Sarrazin Fail

Eigentlich wollte ich mir ja einen Kommentar zu der ganzen Sarrazin-Sache verkneifen. Trolle soll man ja nicht füttern. Doch in der Auseinandersetzung mit den Aussagen Sarrazins sind mir zwei Dinge aufgefallen.

Zum Einen versucht man seine Aussagen auf eine völlig ungeignete Art zu widerlegen. In Talkshows wie Beckmann oder Hart Aber Fair wurden Herrn Sarrazin als Gegenpol oftmals erfolgreiche Personen mit Migrationshintergrund vorgesetzt. Diese haben dann ihre eigene oder die Lebensgeschichte von Bekannten zum Besten gegeben, quasi als Gegenbeweis zu Sarrazins Thesen.

Das würde aber nur Sinn machen, wenn er seine Thesen auch nur mit Stereotypen oder Einzelschicksalen begründet hätte. Soweit ich weiß* hat er das aber eben gerade nicht. Er begründet seine Thesen mit Statistiken.* Und Statistiken kann man nun mal nicht mit Einzelfällen widerlegen.

Um Sarrazin dialektisch ordentlich anzugreifen müsste man entweder seine Statistiken fundiert anzweifeln oder Fehler in seiner Auswertung ebendieser aufzeigen. Wenn man das nicht macht, können Sarrazin-Befürworter Angriffe auf seine Thesen nur allzu leicht abwehren. Und das kann ja nicht Sinn der Sache sein.

Zum Anderen wird versucht, Berlins regierenden Bürgermeister Wowereit mit Sarrazins Aussagen in Verbindung zu bringen, vermutlich in Vorbereitung des Wahlkampfs um das Berliner Abgeordnetenhaus 2011. Dazu möchte ich nur sagen:

  1. Der Mann war Finanzsenator. Und den Job hat er gar nicht mal so schlecht gemacht. Ist da wirklich wichtig was für Meinungen Sarrazin in Bezug auf Integration hat? Immerhin war er ja nicht Innensenator oder Integrationsbeauftragter.
  2. Wowereit hatte bis 2006 auch nicht die verfassungsmäßige Kompetenz Senatoren zu ernennen oder zu entlassen. Die lag einzig und allein beim Abgeordnetenhaus.

*Ich habe Sarrazins Buch nicht gelesen und werde das auch nicht tun.


Polizeiberichte

Ich habe heute mal einen Blick in die Polizeiberichte der Dresdner Polizei geworfen, vor allem um herauszufinden, warum letzte Nacht gegen 1 Uhr eine gefühlte Ewigkeit ein Hubschrauber über der Gegend hier gekreist ist. Das habe ich zwar (noch) nicht rausfinden können, dafür habe ich aber von Taten gelesen, die mich doch ernsthaft an der geistigen Gesundheit einiger Mitbürger zweifel lassen.

Da war zum Beispiel ein Täter, der in einen VW T5 eingebrochen ist und was geklaut hat? Radio? Navi? Nein, die Sitze! Wer macht denn sowas?

Oder jemand bricht in die Videoworld-Filiale ein in die ich immer gehe und was nimmt er oder sie mit? Teure Spielkonsolen? Eine Wagenladung DVDs? Nein, es wurden nur ein paar Schachtel Zigaretten geklaut. Wie süchtig muss man sein, um für ein paar Zigaretten eine Fensterscheibe einzuwerfen?